Das Wichtigste in Kürze: Der Ablaufplan für Block 01
Dieser Workshop schafft den Rahmen für alle weiteren Module. Achte zu Beginn auf das „Setting“: Duzen oder Siezen? Und ganz wichtig: Etabliere Regeln (Safe Space, Pausen, Auszeit bei Unwohlsein).
Schritt 1: Begriffsbestimmung (Hate Speech vs. Mobbing) Nutze Mentimeter oder Zuruf, um das Vorwissen abzufragen.
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Die Definition: Hate Speech ist kommunikative Abwertung über Vorurteile (nicht individuell).
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Der Unterschied: Mobbing kann jeden treffen (individuelles Pech/Situation). Hate Speech trifft Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit (strukturell). Das erfordert unterschiedliche pädagogische Antworten.
Schritt 2: Das Eisberg-Modell Visualisiere die drei Ebenen von Hassrede:
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Die Spitze (Sichtbar): Strafrechtlich relevant (Volksverhetzung, Gewaltaufruf).
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Der Graubereich (Darunter): Diskriminierung und Vorurteile (Oft durch Meinungsfreiheit gedeckt, aber pädagogisch relevant!).
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Die Basis (Tief unten): Unbewusste Vorurteile in unserer Sprache und Denke.
Schritt 3: Die Bilder-Challenge (Ampel-Abfrage) Zeige verschiedene Bilder und lass die Gruppe bewerten: Rot (Strafbar/No-Go), Orange (Problematisch), Grün (Okay).
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Der Partner-Witz (Badener vs. Schwaben): Meistens „Grün“. Warum? Weil Badener keine strukturelle Diskriminierung erleben (keine Nachteile bei Wohnungssuche oder Polizeikontrollen). Zeigt: Witz ist nicht gleich Witz.
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Frauenparkplatz/Sexismus: Humor wird oft als Deckmantel für Abwertung genutzt.
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NPD-Plakat („Ali“): Subtile Verknüpfung von Namen („Ali“) und Attribut („Kriminell“/„Nicht Heimat“). Verfassungsfeindlich, da es gegen die Menschenwürde verstößt.
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Hitler-Memes: Ein riesiges Thema bei Jugendlichen. Ziel: Reflexion über Erinnerungskultur. Was macht es mit dem Holocaust, wenn er zum Witz verkommt? (Tipp: Workshop „Hitler gefällt das“ der LpB).
Schritt 4: Das Hochzeitsspiel (Vergruppungsübung) Zwei Freiwillige raten, warum andere aufstehen.
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Die Kategorien: Ohrringe, lange Haare (zeigt subjektive Wahrnehmung), Sport (Vorsicht bei Body Shaming), Linkshänder.
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Lerneffekt „Linkshänder“: Perfektes Beispiel für strukturelle Diskriminierung. Die Welt ist für Rechtshänder gemacht (Scheren, Controller), Linkshänder werden benachteiligt, ohne dass jemand „böse“ zu ihnen ist. Es ist die Norm, die ausgrenzt.
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Ressourcen-Blick: Abfrage nach Sprachen (Mehrsprachigkeit als Stärke feiern!).
Schritt 5: Video & Transfer Zeige den Clip „All That We Share“ (Version Jugendgemeinderat Sindelfingen).
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Die Botschaft: Wir konstruieren Gruppen („Die da“, „Wir hier“). Aber wenn wir genau hinsehen, haben wir oft mehr Gemeinsamkeiten mit „den Anderen“, als wir dachten (Rekategorisierung).
Schritt 6: Abschluss & Hilfe Hass im Netz muss niemand aushalten.
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Handlung: Melden und Blockieren.
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Hilfe: Verweis auf RESPECT (Meldestelle für Hetze im Netz) und Beratungsangebote.
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Call to Action: Folgt dem FEX auf Social Media für aktuelle Themen.