Das Wichtigste in Kürze: Der Ablaufplan für Block 03
Voraussetzung: Block 1 (Hate Speech erkennen) und Block 2 (Fake News entlarven) sollten idealerweise absolviert sein. Nutze die Recap-Folie, um das Wissen kurz aufzufrischen.
Schritt 1: Was ist Gegenrede? (Erfahrungsaustausch) Starte mit einer Abfrage (Mentimeter/Zuruf): Wer hat schon mal widersprochen? Was ist passiert?
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Sensibilisierung: Gegenrede ist nicht für alle gleich riskant. Frauen und Minderheiten werden oft härter und persönlicher angegriffen. Es gibt gute Gründe, nicht zu reagieren (Selbstschutz).
Schritt 2: Die 3 Strategien der Gegenrede Stelle die drei Grund-Ansätze vor:
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Faktenbasiert: Richtigstellung von falschen Behauptungen (Vorsicht: Statistiken müssen sitzen!).
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Humor/Kreativität: Memes, Sarkasmus, „Trollen der Trolle“. Das nimmt dem Hass oft die Wucht.
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Perspektivwechsel (Königsdisziplin): Versuchen, Filterblasen aufzubrechen. Fragen stellen statt Behauptungen aufstellen.
Schritt 3: Das Ziel definieren (Ganz wichtig!) Bevor man tippt, muss man wissen, wen man erreichen will.
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Den Hater bekehren? Meistens aussichtslos (Energieverschwendung).
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Die Mitlesenden erreichen? Ja! Zeige der „stillen Mehrheit“, dass Widerspruch da ist und Hass nicht die Norm ist.
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Den Betroffenen stärken? Ja! Solidarität („Ich steh an deiner Seite“) ist oft wertvoller als der Streit mit dem Täter.
Schritt 4: Die Arbeitsphase (Der „Harald Hassposter“) Übe an einem konkreten Beispiel (z.B. sexistischer Kommentar zum Frauenfußball). Nutze das 6-Schritte-Raster für die Analyse:
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Wer steht im Fokus? (Frauen).
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Welche Vorurteile? (Können keinen Fußball, gehören in die Küche).
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Eisberg-Check: Wie schlimm ist es? (Strafbar oder „nur“ ekelhaft?).
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Meine Kernbotschaft: Was will ich sagen? (Nicht nur Reaktion, sondern eigene Haltung).
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Mein Adressat: Rede ich mit Harald oder mit den Fans?
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Mein Format: Text? Meme? GIF?
Schritt 5: Praxistipps & Sicherheit Gib den Teilnehmenden Rüstzeug für den digitalen Alltag mit:
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Eigene Sicherheit: Checkt eure Privatsphäre-Einstellungen, bevor ihr euch mit Hatern anlegt.
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Mic Drop: Sag, was du zu sagen hast, und dann geh raus. Du musst nicht auf jede Antwort wieder reagieren.
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Allianzen: Bitte Freunde um Support („Likes“), damit dein Kommentar nicht untergeht.
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Im Kleinen anfangen: Widerspruch im Familien-Chat ist auch Gegenrede – und oft wirksamer als bei Fremden.
Tipp für die Moderation: Bei der Vorstellung der Ergebnisse (Schritt 4) unbedingt Klatschen einführen. Das wertschätzt den Mut, sich öffentlich zu positionieren. Und: Mache nach 3 Gruppen eine Pause, damit die Aufmerksamkeit hoch bleibt.