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Zeichen.Setzen

Das Wichtigste in Kürze: Der Workshop-Fahrplan

Hier ist der rote Faden für den Workshop „Zeichen.Setzen“. Achte zu Beginn unbedingt auf die Vereinbarung eines Safe Space: Alles, was im Raum besprochen wird, bleibt im Raum. Nur so öffnen sich die Teilnehmenden.

Phase 1: Empowerment (Die 10 Stärken) Jeder Teilnehmende schreibt 10 persönliche Stärken auf (z.B. „gut in FIFA“, „kann gut schlafen“).

  • Der Clou: Die Stärken werden nicht alle auf einmal vorgelesen. Immer wieder zwischendurch („Der Löwe brüllt“) lesen 3-4 Personen ihre Stärken vor. Das sorgt für wiederkehrende positive Momente und Aufmerksamkeit über den ganzen Tag.

Phase 2: Definition (Benachteiligung vs. Diskriminierung) Um Empathie zu wecken, müssen wir unterscheiden:

  • Benachteiligung: Kann jedem passieren (z.B. Essen kommt später im Restaurant, Streit unter Geschwistern). Das Gefühl kennt jeder (Bild: Mann beißt in Zitrone).

  • Diskriminierung: Ungleichbehandlung aufgrund einer geschützten Kategorie (Herkunft, Geschlecht, Religion) ohne sachlichen Grund.

  • Beispiel für Diskussion: Ein katholischer Kindergarten lehnt eine muslimische Bewerberin ab -> Ungleichbehandlung ja, aber rechtlich oft „Sachgrund“ (Tendenzbetrieb). Ein städtischer Kindergarten dürfte das nicht -> Diskriminierung.

Phase 3: Sensibilisierung (Die Bilder-Reise) Bespreche verschiedene Bilder (Rollstuhl, Kopftuch, schwarze Frau), um Privilegien und Barrieren sichtbar zu machen.

  • Wichtiger Hinweis zum Begriff „Privileg“: Vorsicht bei Gruppen, die sich selbst abgehängt fühlen (z.B. sozioökonomisch schwach). Wer ums Überleben kämpft, will sich nicht für seine Hautfarbe „privilegiert“ fühlen müssen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Phase 4: Ambiguitätstoleranz (Das Spiel „Dualismo“) Radikalisierung beginnt dort, wo Grautöne verschwinden. Mit dem Kartenspiel üben wir das Aushalten von Widersprüchen.

  • Ablauf: Jugendliche wählen einen fiktiven Charakter (aus Film/Game/Comic) und ordnen ihn als „Gut“ oder „Böse“ ein.

  • Das Ziel: Durch Fragen (Sokratische Methode) die Eindeutigkeit aufbrechen. Ist Robin Hood gut, obwohl er klaut? Ist Kratos (God of War) gut, obwohl er tötet?

  • Erkenntnis: Die Welt ist nicht Schwarz-Weiß.

Phase 5: Identität (Die Persönlichkeits-Blume) Wir zeigen, dass jeder Mensch aus vielen Facetten besteht (Beruf, Freunde, Hobbys, Werte).

  • Vorurteile: Reduzieren uns oft auf nur ein „Dreieck“ (z.B. Nationalität), obwohl wir viel komplexer sind.

Phase 6: Handlung & Abschluss Gruppenarbeit zu den Fragen:

  • Warum sollte ich mich engagieren?

  • Wo kann ich mich hinwenden (Meldestellen, Lehrer)?

  • Was passiert mit einer Gesellschaft, die Diskriminierung ignoriert?

Tipp für den Abschluss: Frage in die Runde: „Was nimmst du mit?“, „Was wird dich noch beschäftigen?“ und „Was wünschst du dir?“. Das liefert oft besseres Feedback als ein einfacher Fragebogen.

Übungsdateien
Präsentation (Power Point) Zeichen.Setzen 2025.pptx
Größe: 30,70 MB
Begleit-PDF Zeichen.Setzen 2025.pdf
Größe: 7,85 MB