Zwischen Algorithmen und psychologischer Belastung
Doomscrolling ist weit mehr als ein individuelles Fehlverhalten – es ist eine vorhersehbare Reaktion auf die Funktionsweise moderner Plattformen. Im Hintergrund wirken Algorithmen, die gezielt unsere affektive Ebene ansprechen. Negative Schlagzeilen erzeugen eine hohe Aufmerksamkeit und binden Nutzer in einer „Bubble“ aus Krisen und Ängsten.
Besonders kritisch ist dabei die Simulation von Kontrolle: Die konsumierende Person hat das Gefühl, durch den ständigen Informationsfluss den Verlauf der Dinge beeinflussen zu können, während sie tatsächlich in einer Abwärtsspirale aus negativen Emotionen verharrt. In der Präventionsarbeit ist es wichtig zu verstehen, dass Doomscrolling als Katalysator für Radikalisierung wirken kann, indem es bestehende Weltbilder durch ständige Wiederholung und Emotionalisierung festigt.