Veranstaltungsbeschreibung
Digitale Plattformen sind längst mehr als nur Orte für Werbung oder Kundenservice. Sie sind zu öffentlichen Räumen geworden, in denen Diskussionen stattfinden, Konflikte ausgetragen werden – und in denen gesellschaftliche Regeln oft fehlen oder nur unzureichend durchgesetzt werden. Dort, wo staatliche Regulierung an ihre Grenzen stößt, übernehmen Community Manager:innen eine besondere Rolle: Sie entscheiden, welche Inhalte sichtbar bleiben, welche gelöscht werden, und wie mit Konflikten zwischen Nutzer:innen umgegangen wird.
Damit ist Community Management nicht nur ein Werkzeug der Markenpflege oder Krisenkommunikation. Es ist ein zentraler Baustein digitaler Zivilgesellschaft – eine Form von informeller Regulierung, die demokratische Öffentlichkeit unmittelbar prägt. Unternehmen übernehmen dadurch Verantwortung, die weit über klassische Corporate Social Responsibility (CSR) hinausgeht: Sie tragen dazu bei, digitale Räume zu schützen, Debattenkultur zu fördern und Radikalisierung entgegenzuwirken.
Im Rahmen dieser Veranstaltung werfen wir einen Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung privatwirtschaftlicher Unternehmen in Zeiten digitaler Vernetzung:
- Community Management verstehen: Welche Aufgaben haben Community Manager:innen, und wie wirken ihre Entscheidungen auf Debatten, Sichtbarkeit und Meinungsvielfalt?
- Unternehmen als Akteure der Demokratie: Wie können Marken und Plattformen über ihre ökonomische Rolle hinaus zu Trägern demokratischer Verantwortung werden?
- Zwischen Prävention und Regulierung: Inwiefern kann Community Management ein Schutzraum gegen Hassrede, Desinformation und extremistische Narrative sein – und wo stößt es an Grenzen?
- Lernen aus der Praxis: Welche Erfahrungen aus der unternehmerischen Kommunikation lassen sich auf politische Bildung und zivilgesellschaftliche Arbeit übertragen?
Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen, sondern bewusst auch an pädagogische Fachkräfte, Sozialarbeiter:innen und Akteur:innen der politischen Bildung. Denn die Mechanismen, die in digitalen Communities wirken, sind für alle relevant, die sich mit Demokratiebildung, Extremismusprävention und der Gestaltung von Diskursräumen befassen.
Wir laden dazu ein, Community Management als Schnittstelle von Markenkommunikation, gesellschaftlicher Verantwortung und demokratischer Gestaltungskraft zu betrachten – und gemeinsam zu diskutieren, wie privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure voneinander lernen können.